Freitag, 14. Januar 2022

Winterschlussverkauf im Januar?

Weissweine besonders günstig. Bild: Yvonne Berardi

Im Winter, wenn Sie vorwiegend Rotwein trinken, mag es Ihnen absurd vorkommen, dass ich Sie auf unser besonders günstiges Angebot für Weiß- und Roséweine aufmerksam machen möchte. Doch wir haben gute Gründe für diesen antizyklischen Winterschlussverkauf.


Der einfachste liegt auf der Hand: der nächste Frühling und Sommer kommen bestimmt. In den nächsten Wochen und Monaten kommen aber auch die Weine des Jahrgangs 2021 und dafür müssen wir Platz in unserem Lager schaffen. Viele dieser Weine werden mehr kosten als bisher. Dies ist geringen Erntemengen (Frost, Trockenheit, Hitze, Hagel), sowie gestiegenen Kosten für Energie, Flaschen, Kartons und Transport geschuldet. Da lohnt es sich, einen Vorrat anzulegen. Und vielleicht entdecken Sie in diesem Sortiment ja auch einen neuen Lieblingswein. 


Selbstverständlich sind es Weine von hervorragender Qualität, im besten Alter und Zustand aus den Jahrgängen 2019 und 2020. Bei unseren Degustationen haben wir uns versichert, dass diese Weine mit ihren vielschichtigen Aromen, ihrem nachhaltigen, lange anhaltenden, reinen, natürlich harmonischen Geschmack überzeugen, der selbst aus einer  2 oder 3 Tage vorher geöffneten, teilweise geleerten Flasche noch so duftet und schmeckt wie am ersten Tag.


Die Weine des Winterschlussverkaufs  kommen von folgenden Weingütern: Château Saint Jean Lez Durance Pierrevert Provence, Château La Vivonne Provence, Domaine la Marseillaise Provence, Domaine les Patys Ventoux, Château La Dorgonne Luberon, Château Romanin Les Baux de Provence, Domaine Les Béates Côteaux d'Aix en Provence, Domaine Julien de l'Embisque Rhône,Dominio de Verderrubi Pita Rueda, Sierra Morena Palido, Bodegas Gabriel Gomez, Sherryähnlicher Biowein.


Interessiert? Dann führt Sie dieser Link zum Angebot: https://bit.ly/angebot_weine


Das Angebot, das auch Rotweine enthält, ist gültig vom 15.1. - 23.1.2022



Mit herzlichen Grüßen

Ihr /Ihre Erich und Ursula Hartl


hartl@weinpur.de

www.biowein-pur.de

Montag, 27. Dezember 2021

Die Domaine Les Paytys – ein neues Bioweingut in unserem Sortiment

Erich Hartl hartl@weinpur.de http://www.biowein-pur.de/

Mit siebzehn Jahren entdeckte Thierry Delasalles den Berg und sollte ihn nie verlassen. Er begann durch die Alpen zu wandern, dann, mit zwanzig zog es ihn zu den Gebirgszügen des Himalaya. Zu Fuß, auf Kamelrücken und zu Pferd durchstreifte er anschließend das Atlasgebirge, die Anden-Kordilleren, die Sahara und die Wüste Gobi. Abenteuer, die man nur mit Risikobereitschaft, Leidenschaft und Ausdauer angehen kann. Eigenschaften, die ihm auch geholfen haben in Bédoin am Fuße des Mont Ventoux im Süden Frankreichs ein kleines Bioweingut aufzubauen.

Hier ist er aufgewachsen und hier liegt seine bäuerliche Herkunft. 2013 gründete er auf einer Fläche von zwölf Hektar, überwiegend aus Ton und Kalk, die Domaine Les Patys. Seit 2018 ist das Weingut bio-zertifiziert.

„Teile das Leben mit mutigen und wahren Menschen, bearbeite die Reben mit Einfachheit und Geduld und respektiere dabei das Terroir und die Umwelt“, fasst Thierry Delasalles seine Überzeugung zusammen.

Seine beiden herausragenden  Weine hat er nach besonders eindrucksvollen Reise-
erinnerungen Arakao und Ama Dablam genannt.

Arakao ist ein Tal im Osten des Hochgebirges Aïr in Niger. Der annähernd kreisrunde Talkessel hat im  Nordosten eine Öffnung zur Wüste Ténéré.
Ama Dablam (Sanskrit: „Mutter und ihre Halskette“) ist ein 6814 m hoher Berg
im Mahalangur Himalaya in der Khumbu-Region des Himalaya.

Beide Bioweine, der Arakao und der Ama Dablam sehen zwar nicht so aufsehenserregend aus, bei Weinkennern werden sie jedoch auch sehr lange in positiver Erinnerung bleiben.

Wir laden Sie ein diese beiden und andere Weine der Domaine, aber auch das dort hergestellte Olivenöl, kennenzulernen.

Die Weine der Domaine Les Patys bei Biowein Pur: https://bit.ly/3pt2cTK 

Herzliche Grüße

Erich Hartl

hartl@weinpur.de

www.biowein-pur.de



Montag, 13. Dezember 2021

Französische Studie ermittelt Pestizid-Belastung von Menschen in Weinorten

Erich Hartl hartl@weinpur.de http://www.biowein-pur.de/
Das Weinanbaugebiet Bordeaux in Frankreich. ©Yvonne Berardi


Eine Studie mit 3.350 Einwohnern in sechs französischen Weinbaugebieten will herausfinden, welchen Pestizid-Belastungen die dortigen Bewohner über ein Anbaujahr hinweg ausgesetzt sind. Organisiert wird das „PestiRiv“-Projekt von der französischen Agentur für Gesundheitssicherheit (Anses) und der nationalen Gesundheitsbehörde (Santé Publique France). "In Frankreich lebt ein großer Teil der Landbevölkerung in den Weinbauregionen. Sind diese Personen besonders stark den chemischen Mitteln ausgesetzt, die für phyto-pharmazeutische Behandlungen verwendet werden, und wenn ja, wie?", lautet die Fragestellung laut einer Presse-Mitteilung der beiden Institutionen. Aus toxikologischer Sicht sei die Gefährlichkeit dieser Stoffe immer besser dokumentiert. Zur Frage der Stoffe, denen die Bevölkerung in der Nähe von Weinbergflächen ausgesetzt ist, gebe es dagegen in der wissenschaftlichen Literatur viel weniger Belege.

Dazu werden 3.350 Personen in 250 Gemeinden der Regionen Auvergne-Rhône-Alpes, Bourgogne-Franche-Comté, Grand Est, Nouvelle-Aquitaine, Occitanie sowie Provence-Alpes-Côte d'Azur zwischen Oktober 2021 und August 2022 medizinisch überwacht. 1.500 Erwachsene und 750 Kinder wurden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, die weniger als 500 Meter von Weinbergen, aber mehr als ein Kilometer von einer anderen landwirtschaftlichen Kultur entfernt leben. Als Kontrollgruppe fungieren 750 Erwachsene und 350 Kinder, die in gleichwertigen ländlichen Gemeinden, aber in nicht-landwirtschaftlichen Gebieten leben.

Nicht dabei ist das Bordeaux. Dort hatte die französische Anti-Pestizid-Aktivistin Valerie Murat Ende 2020 mit ihrer Organisation »Alerte aux Toxiques« die Analysedaten von 22 Weinen veröffentlicht, die dem Verband „Haute Valeur Environmentale“ (integrierter Weinbau) angehören. Das beauftragte Labor hatte 28 verschiedene Substanzen gefunden mit teils krebserregenden, teils hormonellen oder erbgutverändernden Wirkungen. Im Schnitt fanden sie acht verschiedene Pestizide je Flasche. Der Verband der Bordeaux-Weingüter CIVB und einige der betroffenen Weingüter forderten vor Gericht Schadenersatz. Wie haben in unserem Blog darüber berichtet: https://biowein.blogspot.com/2021/05/bordeaux-erneut-in-den-schlagzeilen.html

Die jetzt in Auftrag gegebene Studie soll ihre Ergebnisse im Jahr 2024 veröffentlichen. Es bleibt abzuwarten, ob sie das Ende des schmutzigen Weinbaus bedeutet.

Herzliche Grüße

Erich Hartl

hartl@weinpur.de

www.biowein-pur.de


Mittwoch, 8. Dezember 2021

Niedrige Preise sollten Sie misstrauisch machen

Das Priorat in den Hügeln der Serra de Montsant. ©Yvonne Berardi

Das Weinunternehmen Reserva de la Tierra in der spanischen Stadt Taragona wurde von der katalanischen Polizei geschlossen, da es bis zu 50 Millionen Flaschen Wein mit gefälschten Herkunftsbezeichnungen versehen haben soll, berichtet die Zeitung El Pais im Oktober 2021. Laut den Ermittlungen der spanischen Polizei sollen Unregelmäßigkeiten bei Laboruntersuchungen und Etikettenkontrollen in Kellereien, Supermärkten und Geschäften festgestellt worden sein. Auch die niedrigen Verkaufspreise machten die Kontrolleure misstrauisch. Sie werfen dem Unternehmen vor, neben wenigen Flaschen mit echtem Ursprungszeugnis, mehrere Millionen falsche Zertifikate gedruckt und in Umlauf gebracht zu haben.

Laut spanischer Polizei habe Reserva de la Tierra die Erlaubnis gehabt, nur insgesamt 5.000 Flaschen Wein der DO Priorat zu verkaufen, habe aber für das laufende Jahr den Verkauf von 150.000 Flaschen geplant. Die Polizei gab bekannt, in den Lagern mehr als 3,2 Millionen falsche Etiketten und 750.000 Flaschen sichergestellt zu haben.

Betroffene Weinmarken sind unter anderem Heredad Mistral, Heredad Centum und Vespral. Einige von ihnen sollen auch in Deutschland und Österreich erhältlich sein. Das Ermittlungsgericht in Reus hat vier Supermarktketten angewiesen, alle Flaschen, die wahrscheinlich in den Betrug verwickelt sind, sofort aus dem Verkehr zu ziehen. Gegen sieben Personen wurde Anklage erhoben.

Nicht nur wir als professionelle Weineinkäufer sondern auch Sie sollten misstrauisch werden, wenn Weine besonders billig angeboten werden. Zumal bei Weinen aus dem Priorat. Die älteste Weinbau betreibende Region Kataloniens liegt in den steilen Hügeln der Serra de Montsant. Der Weinanbau auf den schwer zugänglichen Schieferhügeln ist sehr aufwändig und arbeitsintensiv, die Erträge klein. Echte Priorat-Weine können also gar nicht billig sein. Nicht einmal, wenn sie konventionell angebaut werden. 

Hier geht es zu den Weinen aus dem Priorat in unserem Sortiment: https://bit.ly/Biowein_pur_priorat

Herzliche Grüße

Erich Hartl

hartl@weinpur.de

www.biowein-pur.de


Donnerstag, 14. Oktober 2021

Möchten Sie wissen woher Ihre Bioweine kommen?

Erich Hartl hartl@weinpur.de http://www.biowein-pur.de/


Dann sollten Sie sich das Flaschenetikett genauer anschauen. Wenn der Name des Weinguts fehlt, lassen Sie besser die Finger vom Wein. Denn dann handelt es sich um einen anonymen Wein, der durch viele Hände gegangen ist und am Ende oft mehr kostet, als er wert ist.

Was uns ein Flaschenetikett alles über den Wein erzählen kann, zeigen wir Ihnen am Beispiel einer Etikette des Weinguts »Vins el Cep«, einem biodynamischen Weingut in Katalonien.

Aus der Weinbeschreibung erfahren wir ganz genau, aus welchem Weinberg die Trauben für jeden einzelnen Wein kommen. In der Beschreibung des »Negre de Terrer« heisst es: Dieser rote Biowein ist eine Cuvée aus  den Rebsorten Ull de llebre, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah, die in den Weinbergen von Paulo und Crestes in Can Prats, Planeta in Can Castany und Serral in Can Miquel de les Planes, einer weinbaulich privilegierten Zone der Costers de l'Anoia zwischen Gelida und Sant Llorenç d'Hortons stammen.

Auf dem Etikett ist der Name des Weinguts »Vins el Cep«, das Herkunftsgebiet »Penedes« und die Unterregion »Origin Terrers« angegeben. Bildlich dargestellt und mit blauer Farbe markiert sind die entsprechenden Weinberge. 

Das Weingut »Vins el Cep« sowie alle anderen deren Bioweine wir führen, können Sie auch im Internet besuchen. Auf unserer Webseite gibt es zu jedem Weingut einen Link mit Bildern und Informationen.

https://bit.ly/biowein_pur-vinselcep

Herzliche Grüße

Erich Hartl

hartl@weinpur.de

www.biowein-pur.de


Mittwoch, 6. Oktober 2021

Fälscher in Nord- und Süditalien



Drei groß angelegte Weinfälschereien deckten italienische Ermittlungsbehörden, zum Teil unterstützt von Interpol und Europol, in diesem Sommer auf. Das berichtet die Weinwirtschaft in ihrer Ausgabe vom 29. Juli 2021.

In Treviso, einer Provinz in Venetien im Norden Italiens, wurde ein Lastwagen gestoppt, der fast 400 Flaschen Weißwein ohne Etiketten transportierte. Der Wein sollte in Turin verkauft werden. Bei der Durchsuchung der betroffenen Kellerei wurden weitere 3.500 Liter abgefüllten Weines und über eine Tonne Zucker beschlagnahmt. 

Wenig später wurde bei einer weiteren Kontrolle ein Lastwagen angehalten, der fast 1.000 Flaschen Weißwein transportierte, der als Prosecco deklariert war. Eine Kellerei aus der Gemeinde Belluno wollte die Ladung an eine Adresse in Valdobbiadene liefern lassen. In dieser Kellerei wurden weitere 1.185 Liter angeblichen Proseccos beschlagnahmt.

In Apulien kam es im Juli zu einer weiteren Razzia. Die Guardia di Finanza von Foggia hat mit den Inspektoren der Zentralbehörde ICQRF, Zweigstelle Bari, 917.205 Liter Wein und Most konfisziert, der widerrechtlich als IGP Puglia und mit falschen Rebsorten-Angaben ausgezeichnet war.

Die betroffene Kellerei in Foggia wird ebenfalls beschuldigt, bereits über 1,5 Mill. Liter gefälschter IGT-Weine mit der Sortenkennzeichnung von Primitivo, Chardonnay, Pinot Grigio, Falanghina und Merlot illegal in den Handel gebracht zu haben. 

Bei Razzien  in Kampanien und Apulien schließlich wurden »alkoholische Erzeugnisse« beschlagnahmt. Dabei handelte es sich »um große Mengen aus dem Ausland importierten denaturiertem Alkohol sowie Desinfektionsmitteln, die für die Herstellung alkoholischer Getränke benutzt wurden«. 

Im Rahmen dieser Ermittlungen waren bereits im Vorfeld Produkte konfisziert worden. Ihre Analyse bewies, dass vergällter Alkohol im Einsatz war, der normalerweise für industrielle Zwecke und Desinfektionsmittel benutzt wird. Er muss bei der Einfuhr im Gegensatz zu Trinkalkohol nicht versteuert werden.

Kriminelle Machenschaften wie diese sind nichts Neues und sie sind auch nicht auf Italien beschränkt. Wir wissen, warum wir nur Biowein von kleinen, Familiengeführten Weingütern in Original-Gutsabfüllungen kaufen.

Als wir Biowein Pur als ersten Bioweinversand Deutschlands im Jahre 1983 gründeten, wollten wir nicht nur Weine aus biologischem Anbau anbieten. Es ging uns auch immer darum familiengeführte Weingüter zu finden, die ihre Leidenschaft in den An- und Ausbau ökologischer Weine stecken und keine Massenware machen. Bei uns finden Sie keine Markenweine unbekannter Herkunft. Wir legen beim Einkauf unserer Weine Wert auf originale Weinguts-Abfüllungen. Für höchsten Genuss!


Herzliche Grüße

Ihr Erich Hartl

hartl@weinpur.de

www.biowein-pur.de

Dienstag, 20. Juli 2021

Bioweine ohne Sulfite

Erich Hartl hartl@weinpur.de http://www.biowein-pur.de/
Bioweine ohne Schwefelzusatz aus unserem Sortiment

Weine und auch Bioweine ohne Sulfite (Schwefel) gibt es grundsätzlich nicht.
Die Kennzeichnung von Wein/Biowein ohne Schwefel ist deshalb nicht zutreffend und irreführend, denn Schwefel ist ein Nebenprodukt der alkoholischen Gärung, ohne die es keinen Wein/Biowein gäbe.

Der Gehalt an diesem natürlich entstandenen Schwefel ist abhängig von der verwendeten Hefe bzw. der Traubensorte und den Wachstumsbedingungen des Weinjahrgangs. Er beträgt meist weniger als 10 mg/l. und ist nicht kennzeichnungspflichtig.

Oftmals wird aber auch zusätzlich Schwefel in Pulverform verwendet. Bei der Maschinenernte beispielsweise wird Schwefel zugesetzt. Wenn mehrere Tonnen Trauben in den Transportbehältern aufeinander liegen und zerquetscht werden, verhindert Schwefel die vorzeitige Oxidation des Leseguts. Schwefel hat auf belastete Weine eine keim- und bakterienhemmende Wirkung. Grundsätzlich verhindert Schwefel Oxidation und wirkt konservierend.

Schwefel kann Kopfschmerzen und Unwohlsein verursachen und bei Allergikern sogar Atemnot erzeugen. Bioweine ohne Schwefelzusatz können diesem Personenkreis den Genuss von Wein ohne Reue wieder ermöglichen. 

Biowinzer tun einiges, damit wohlschmeckende und gleichzeitig einige Jahre haltbare Bioweine entstehen. Die Basis sind absolut gesunde Trauben ohne Pilzbefall und Fäulnisbakterien. Sie werden von Hand bei Sonnenaufgang, also bei noch kühler Temperatur geerntet und gleichzeitig kontrolliert und selektioniert. Auf schnellstem Weg werden sie dann in den Keller gebracht und mit höchsten hygienischen Standards zu Wein verarbeitet. Die Reifung dieser Weine erfolgt in Edelstahltanks mit Hilfe inerter (träger) Gase ohne Sauerstoffkontakt. Auch die Abfüllung dieser Weine in Flaschen geschieht ohne Sauerstoffkontakt indem die Flaschen zunächst mit inertem Gas behandelt werden und erst danach der Wein eingefüllt wird.

Es handelt sich also um ein aufwändiges Verfahren, das die Qualität dieser Weine steigert und eine Lagerfähigkeit von mehreren Jahren ermöglicht.

Folgende Βioweine ohne Schwefelzusatz, die Ihnen viel Trinkgenuss bieten, sind bei uns erhältlich:

Le Clos du Mounat, Côtes de Bourg, "Sans pour sens", Naturwein, rot, 2018, ab € 11,50

Domaine Julien de l'Embisque, "Vin Cinc Zajou", Côtes du Rhône, rot, 2019, ab € 14,05

Courelas da Torre, Alentejo DO, "Felisbela", rot, 2018, ab € 13,50

Cormeil-Figeac "Petit Cormeil", Saint Emilion, rot, 2019, ab € 20,00

Lagravera, "Natural", Costers del Segre DO, rot, 2017, ab € 15,50


Herzliche Grüße

Erich Hartl

hartl@weinpur.de

www.biowein-pur.de

Montag, 5. Juli 2021

Das Europäische Weinrecht wird verändert




Der Klimawandel hat auch Auswirkungen auf den Wein. Denn steigende Temperaturen führen zu einem höheren Alkoholanteil im Wein. Weine mit einem Alkoholgehalt von 13, 14 oder gar 15 % sind längst die Regel. Für viele Weingenießer sind das zu viele Prozente. Einige Weinbauverbände machten sich deshalb - aus Sorge um ihre Umsätze - bei der Europäischen Union für ein Gesetz stark, das Verfahren erlaubt, mit denen hochprozentigen Weinen ein Teil ihres natürlich enthaltenen Alkohols entzogen werden kann. Jetzt reagiert die EU mit einer Gesetzesänderung auf diese Forderungen. Sie erlaubt folgende Verfahren:


Das Vakuum-Verfahren
hierbei verdampft Alkohol bei 27° C. Viele der im Wein enthaltenen Aromen bleiben dabei erhalten.

Die Umkehrosmose bzw. das Dialyse-Verfahren
Dem Wein wird mittels eines feinen Membran-Filters nicht nur der Alkohol, sondern auch viele Geschmacks-und Aroma-Stoffe entzogen.

Die Dünnschicht-Verdampfung
Dabei verdampfen Alkohol und alle Aromen bei 78° C. 


Am Ende dieser drei Verfahren stehen Weine, die mit dem Original hinsichtlich Bukett und Geschmack nicht mithalten können. Um diesem nahezukommen, werden künstliche Aromen zugesetzt.

Einfacher wäre es, die Wirkung des Alkohols im menschlichen Körper zu reduzieren, indem man während seines Konsums zwischendurch ein Glas Wasser trinken würde.

 

Mehr Informationen dazu finden Sie unter: https://www.deutscheweinakademie.de/wine-in-moderation/initiative


Eine weitere Änderung betrifft die Kennzeichnung von Wein

Auf Weinetiketten muss künftig der Energiewert (kcal) angegeben werden, und eine Zutaten-Liste wie bei Lebensmitteln in Form von QR-Codes wird zur Pflicht. 


Herzliche Grüße

Erich Hartl



Sonntag, 2. Mai 2021

Bordeaux erneut in den Schlagzeilen

Erich Hartl hartl@weinpur.de http://www.biowein-pur.de/

Coraline und Victor Moreaud vom Château Cormeil Figeac in Saint Emilion haben mit einer Schulklasse Sträucher und Hecken im Weinberg gepflanzt.


Valerie Murat, die französische Anti-Pestizid-Aktivistin, wurde letzte Woche vor der Zivilkammer in Libourne wegen Verleumdung zu einer Geldstrafe von 125.000 Euro verurteilt.

Murat und ihre Organisation „Alerte aux Toxiques“ hatten Ende 2020 die Analysedaten von 22 Weinen veröffentlicht, die dem Verband „Haute Valeur Environmentale“ (integrierter Weinbau) angehören. Das beauftragte Labor hatte 28 verschiedene Substanzen gefunden mit teils krebserregenden, teils hormonellen oder erbgutverändernden Wirkungen. Im Schnitt fanden sie acht verschiedene Pestizide je Flasche.

Der Verband der Bordeaux-Weingüter CIVB und einige der betroffenen Weingüter forderten vor Gericht Schadenersatz. Valerie Murats Anwalt kündigte nach dem Urteil Berufung an.

Das Verfahren wirft erneut kein gutes Licht auf Bordeauxweine. Die anhaltende Debatte über den Pestizid-Einsatz im Prestigegebiet Bordeaux führt aber auch zu stetig steigenden Verkaufszahlen für Biowein aus dem Bordeaux und veranlasst viele Winzer dazu, auf biologischen Weinbau umzustellen.

Wie sich Biowinzer bemühen nicht nur gute Weine zu erzeugen, sondern auch die Monotonie der Monokultur Wein zu durchbrechen, zeigen Coraline und Victor Moreaud vom Château Cormeil Figeac in Saint Emilion. Zusammen mit Schulklassen pflanzen sie Hecken und Bäume mitten in ihre Weinberge. Ein solches Engagement stimmt zuversichtlich für die Zukunft.


Herzliche Grüße

Erich Hartl



Dienstag, 16. Februar 2021

Wein bewußt kaufen und genießen

Erich Hartl hartl@weinpur.de http://www.biowein-pur.de/

Bewusst entscheiden - Bewusst genießen - Bewusst verzichten - das ist die Botschaft! Bild: Yvonne Berardi


Mit dem Informations- und Aufklärungsprogramm „Wine in Moderation" hat sich der europäische Weinsektor bereits 2007 im Rahmen der "EU-Strategie zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Verringerung alkoholbedingter Schäden" gegenüber der EU-Kommission verpflichtet, über gesundheitliche Gefahren des Missbrauchs zu informieren, um nicht zuletzt auch restriktiven Maßnahmen zu begegnen.

Dieser Initiative haben wir uns angeschlossen, weil sie für bewussten Genuss von Wein steht, so wie wir das bereits seit 1983 tun. Es geht um die Wertschätzung eines Produkts,  das mit großem Aufwand erzeugt wird um möglichst großen Genuss zu bieten, das jedoch bei übermäßigem Genuss  gesundheitliche Risiken in sich birgt.

Da ist zunächst der Klimabedingte, zunehmende  Alkoholgehalt in allen Weinen, dem Sie mit einem angepassten Trinkverhalten begegnen können. 
Machen Sie es wie unsere Nachbarn in West- und Südeuropa, wo ein Gläschen Wein regelmäßiger Begleiter von Speisen ist, ebenso wie Wasser, das im Restaurant und zuhause auf dem Tisch steht.

Es kann die Geschmacksknospen im Mund neutralisieren, das Geschmacksempfinden sowohl für die Speisen als auch für den Wein  steigern, sowie die Wucht des Alkohols für Ihre Leber reduzieren.
Doch es ist nicht nur der im Wein enthaltene Alkohol, der zu berücksichtigen ist, es sind auch die Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in konventionell erzeugten Weinen, die schädlich sein können.

Bewusst entscheiden - Bewusst genießen - Bewusst verzichten - das ist die Botschaft! Nur so passen Wein und Sekt in eine moderne bewusste Lebensweise. 
Auf der Internetseite von „Wine in Moderation“ finden Sie zahlreiche wissenschaftliche Forschungsergebnisse wonach die lebenslang moderaten Genießer die beste Perspektive haben, lange gesund zu bleiben.


Herzliche Grüße

Erich Hartl

hartl@weinpur.de

www.biowein-pur.de


Montag, 30. November 2020

Nachhaltigkeit, Ökologie, Fair Trade, Sozialstandards, biologische Landwirtschaft und Qualität

Erich Hartl hartl@weinpur.de http://www.biowein-pur.de/

Kurz vor der Lese. Bild: Yvonne Berardi


Wie viel steckt hinter diesen Begriffen tatsächlich?  Einen Grund, darüber nachzudenken hatte ich, als ich für einen Kunden 5.000 Liter weißen, relativ neutral schmeckenden Bioweißwein finden sollte, der zur Zubereitung eines Glühwein/Punschähnlichen Getränks für Weihnachtmärkte geeignet sein sollte.


Auf Anfrage erhielt ich von der Bodegas Mundo de Yuntero, einer Genossenschaft mit mehr als 5.000 Hektar Weinbaufläche ein Preisangebot über € 0,52 für den Liter. Ein ähnlich großer Betrieb bot Mengenabhängige Preise an und zwar € 0,48 für 5.000 l, € 0,38 für 10.000 l und 0,28 für 30.0000.


Nach Abzug der Betriebskosten der Genossenschaft kann für Weinbauern (Besitzer der Weinberge) und deren Mitarbeitern, kaum noch etwas übrig bleiben.  Bald werden sie gezwungen sein, den letzten ungenutzten Grünstreifen, den letzten Strauch und Baum zu entfernen um noch mehr Reben zu pflanzen.


Angenommen, wir würden so verfahren wie es einige größere Importeure tun und 30.000 l eines solchen Weines nach Deutschland transportieren, in 0,75 l Flaschen abfüllen und etikettieren lassen, dann könnten wir ihn -  je nach optischer Aufmachung des Flaschenetiketts -  zu einem Durchschnittspreis von  € 4,75/Flasche 0,75 l  verkaufen.  


Sie würden also für eine Flasche Wein, deren Inhalt nur € 0,21 wert ist € 4,75 bezahlen. In diesem Fall sind Kosten für den Transport von Spanien nach Deutschland und innerhalb Deutschlands mit € 0,82 fast 4 Mal so hoch wie die Kosten für den Wein. Oder, um das Missverhältnis noch anschaulicher zu machen: Bei einem Flaschenpreis von € 4,75 sind € 0,21 (4,5 %) für den Wein und € 4,54 ( 95,5 %) für Flasche, Kork, Etikett, Flaschenkapsel, Flaschenfüllung, Transporte, Lagerhaltung und Gemeinkosten, Vertrieb und Gewinn des Händlers. 


Nehmen wir einmal an, der Weinbauer erhielte 2/3 des Verkaufspreises der Genossenschaft von € 0,19 pro Liter. Wenn er 100 hl/Hektar erzeugt, eine in Spanien übliche Menge für schwache Weine, dann würde er pro Hektar einen Ertrag von € 190,00 und bei 100 Hektar von € 19.000/Jahr erzielen. Wenn er keine anderen Einnahmequellen hätte, könnte er davon nicht leben. Er könnte eine so große Fläche weder selbst bearbeiten, noch Arbeitern einen fairen Lohn bezahlen. Zum Vergleich: in Deutschland leben viele Winzerfamilien von Weinbergen mit weniger als 10 Hektar, vorausgesetzt sie erzeugen ordentliche Weine und verkaufen nicht im Tank.


Die anfangs gestellte Frage, wie viel Nachhaltigkeit, Ökologie, Fair Trade, Sozialstandards, biologische Landwirtschaft und Qualität in solch billigen Weinen enthalten ist, können Sie sich selbst beantworten.


Wir ziehen daraus den Schluss, jetzt keine Weine mehr anzubieten, die weniger als ca. € 7,00 kosten, denn darunter ist es keinem Winzer möglich, ein Mindestmaß an Standards einzuhalten, die wir von einem Biowein erwarten. Für Weine aus biodynamischem Weinbau sind wir bereit auch mehr zu bezahlen.


Herzliche Grüße

Erich Hartl


hartl@weinpur.de

www.biowein-pur.de



Dienstag, 29. September 2020

Biowein in Flaschen oder in Bag in Box?

Erich Hartl hartl@weinpur.de http://www.biowein-pur.de/

Wenn Sie beim Weinkauf sparen möchten ohne auf Qualität zu verzichten, dann kann ich den Kauf von  Biowein in Bag in Box (auch als Weinschlauch bekannt) sehr empfehlen. Sie sollten nur darauf achten, dass es sich um Qualitätsweine handelt. Die sind an den Kürzeln, QBA, AOC, AOP, DOC oder DO zu erkennen. Für diese Auszeichnungen sind ganz bestimmte Rebsorten, eine Obergrenze für die Erntemenge und eine Qualitätsprüfung vorgeschrieben. Wenn diese Weine dann noch direkt auf dem Weingut abgefüllt, sind Sie auf der sicheren Seite. So ist es beispielsweise bei den Weinen des Château Rioublanc und der Domaine Julien de l'Embisque,  die identische Bioweine sowohl in Flaschen als auch in Bag in Box abfüllen.

Wenn es sich um Tafel- oder Landwein handelt, kaufen Sie besser niemals Weine in Bag in Box unbekannter Herkunft, denn hierbei handelt es sich um Weine die keinerlei Vorschriften und Kontrollen unterliegen und von Händlern für 20.30 Cent/Liter eingekauft werden, meist kurz vor der Weinlese, wenn die Winzer ihre Weintanks leeren müssen.

Anders verhält es sich, wenn Sie Bio-Tafelweine oder Bio-Landweine in Bag in Box kaufen, die beim Erzeuger abgefüllt wurden, beispielsweise bei der Quinta do Montalto, wo die Weine regelmäßig erzeugt und abgefüllt werden. Zur Zeit kostet der Liter im 3 l Bag in Box € 4,65

Ein Château Rioublanc, Bordeaux AOC, rot in 0,75 l Fl. kostet pro Liter €  11,73. Derselbe Wein in 10 l Bag in Box kostet pro Liter nur € 6,95. Ähnlich verhält es sich beim Julien de l’Embisque Côtes du Rhône AOC, wo der Liter in der Flasche € 14,60 und im 5 l Bag in Box € 7,90 kostet.

Warum sind die Preisunterschiede zwischen Biowein in Bag in Box und in Flaschen so groß?

  • Bag in Box: je größer die Verpackungseinheit, umso niedriger sind die Kosten des Verpackungsmaterials und des Arbeitsaufwands.
  • Für die Abfüllung sind keine teuren Abfüllmaschinen, die mehrere hunderttausend Euros kosten, erforderlich.
  • Die Transportkosten für Wein in Bag in Box vom Erzeuger bis zum Verkaufspunkt sind aufgrund ihres niedrigeren Gewichts um 40 % geringer.
  • Kosten eines Versandkartons für Bag in Box (ohne Innenverpackung) pro Liter € 0,15
  • Kosten eines Versandkartons für Wein in Flaschen inklusive Innenverpackung  pro Liter € 0,50.
  • Versandkosten pro Versandkarton (max 32 kg) betragen € 6,00, das entspricht € 0,20/l bei 30 l.
  • Versandkosten pro Versandkarton (max 32 kg) betragen € 6,00, das entspricht einer Anzahl von 18 Fl. bzw. 13,5 l, also € 0,33/Fl. oder € 0,44/l.
  • Schließlich müssen wir für die umweltfreundliche Entsorgung von Verpackungsmaterialien bezahlen. Da Folien und Kartonagen leichter als Glas sind, sind die Kosten für Bag in Box-Verpackungen geringer.

Es geht mir mit dieser Erklärung nicht darum, Sie zu Kauf von Biowein in Bag in Box zu animieren, sondern Sie darüber zu informieren, mit welchen Tricks in der Weinbranche gearbeitet wird. Diesem Umstand ist auch das negative Image von Wein in Bag in Box zu verdanken. Beide Verpackungsarten bieten Vor- und Nachteile die abzuwägen sind. Doch bevor Sie aus Kostengründen den Kauf von Biowein einstellen, könnten Sie sich überlegen, guten Biowein in gleicher Qualität wie wir ihn in Flaschen anbieten in 3 Liter, 5 Liter oder 10 Liter zu kaufen. Am Ende kommt es auf die Qualität des Inhalts an.

Herzliche Grüße

Erich Hartl

hartl@weinpur.de

www.biowein-pur.de


Mittwoch, 5. August 2020

Weinkonsum in Deutschland – Einkaufsquellen

Erich Hartl hartl@weinpur.de http://www.biowein-pur.de/

Rund eine Milliarde Flaschen Wein, das entspricht 80% des gesamten Weinverkaufs in Deutschland, gehen bei Edeka und Rewe sowie den bundesweit agierenden sechs Discountunternehmen Aldi Süd, Aldi Nord, Lidl, Netto, Norma und Penny über die Kassenbänder.

200 Millionen Flaschen, also 20%, gehen auf das Konto des stationären Weinhandels, der Weingüter mit Direktvermarktung sowie sonstiger Verkaufsstellen und des Internethandels. 

Mit einem Umsatz von 556 Millionen Euro im Jahr 2019 und einem Gewinn  29,1 Mio Euro (Quelle: Wein Markt) ist die Hawesko Holding, zu der die Fachhandelskette Wein & Co in Österreich,  Jacques Wein-Depot, die Weinhandelsplattform „Wir Winzer“ und der auf Spanien-Weine spezialisierte Internethändler „Vinos“ gehören.

Sie alle bieten jetzt Bioweine in Ihren stationären Geschäften, und fast alle auch im Internet an. Dort loben sie Bioweine in höchsten Tönen. Hawesko schreibt „Biologisch und nachhaltig erzeugter Wein ist längst kein Trend mehr. In unserem Online Sortiment finden Sie eine große, leckere Wein Auswahl. Und günstig sind die Weine in vielen Fällen ebenfalls - Bio ist nicht automatisch teuer! „ Billiger sind sie bei Hawesko aber auch nicht. Die Vorteile ihrer Einkaufsmacht werden offensichtlich nicht an ihre Kunden weitergegeben. 

Gut 3.500 Sorten Wein bietet Hawesko an. Nur 103 davon sind Bioweine. So ähnlich ist das Verhältnis auch bei anderen großen und kleinen Anbietern.  „Green washing“ nennt man diese Strategie, mit der einfach noch ein bisschen mehr Umsatz und Gewinn generiert werden soll.  

Firmen, die in ihrem Geschäftsfeld dominierende Stellungen einnehmen, geben ihre  Einkaufs- und Logistikvorteile nur so lange an ihre Kunden weiter, bis sie Mitbewerber aus dem Markt gedrängt haben. 

Gegenüber ihren Lieferanten wird die Einkaufsmacht der großen Wein- Handelsketten rücksichtslos ausgespielt und wer von ihnen abhängig wird, verliert früher oder später sein Weingut. 

Bevor es dazu kommt, wird auf solchen Weingütern an allen Ecken und Enden zu Lasten der Qualität, der Umwelt und der Bezahlung von Mitarbeitern gespart.

In allen namhaften Weinbauregionen gibt es zahlreiche Beispiele dafür, dass Banken, Versicherungskonzerne, Investmentfonds und sonstige Investoren aus China, Russland, Japan und USA in finanzielle Not geratene Weingüter aufkaufen. Manche, noch von Familien bewirtschaftete Weingüter haben nur noch solche Nachbarn.

Erst kürzlich telefonierte ich mit einem angesehenen Winzer in Saint Emilion in Frankreich um über eine mögliche Zusammenarbeit zu reden. Der Winzer erzählte mir, er habe sein Weingut eine Woche zuvor an einen japanischen Investor verkauft, weil er es aus finanziellen Gründen nicht mehr so bewirtschaften konnte, wie er es für richtig hält. 

Von dieser Entwicklung ist die gesamte Landwirtschaft betroffen. Kleinere Betriebe haben kaum noch eine Überlebenschance und Großbetriebe sind gezwungen immer mehr auf Kosten der Umwelt, der sozialen Verhältnisse und der Produktqualität zu produzieren.  

So profitieren Verbraucher zwar von billigen, massenhaft, industriell erzeugten und manipulierten Nahrungsmitteln, bezahlen aber gleichzeitig die voraussehbaren negativen Folgen. Die finanziellen Gewinner sind die großen, marktbeherrschenden Firmen.

Wir von Biowein pur kaufen deshalb Bioweine nur von Familien-geführten Weingütern. Wir kaufen keine Markenweine unbekannter Herkunft. Die Weine in unserem Sortiment werden auf den Weingütern in Flaschen abgefüllt und gehen nicht vorher durch andere Hände. Wir lassen keine Weine in unserem Namen abfüllen und mit eigenen Etiketten versehen, um einen Preisvergleich unmöglich zu machen.

Wir kaufen auch keine Bioweine von Weingütern im Besitz von Banken, Großkonzernen und Aktiengesellschaften, weil dort die Rendite und nichts anderes im Vordergrund steht.

In einem der nächsten Blogs beschreibe ich dann die Praktiken des spezialisierten Bioweinhandels.

Bis dahin herzliche Grüße,

Erich Hartl


Freitag, 15. Mai 2020

Schwein und Wein bei Tisch




Fleisch und Wein können so unglaublich billig sein. Warum ist das so? 
Weil beide Produkte unter Missachtung von Umweltschutz, Gesundheitsschutz, Tierschutz und Sozialstandards erzeugt werden können.

Dazu ein Beispiel: Hunderte Schlachthof-Beschäftigte der Firma Westfleisch im westfälischen Kreis Coesfeld erkrankten am Corona-Virus, weil sie räumlich so beengt untergebracht wurden wie die Schweine, die sie vorher geschlachtet haben. Schweine werden während ihrer Mast prophylaktisch mit Antibiotika behandelt um Krankheiten und Seuchen zu verhindern. Die Arbeits-und Wohnsituation der Schlachter/Zerleger zu kontrollieren, fiel den Behörden dagegen erst ein, als in vielen Schlachthöfen immer mehr Arbeiter erkrankten. 

Genauso ergeht es legalen oder illegalen Erntehelfern, Tagelöhnern und Saisonarbeitern aus Osteuropa und Afrika in der europäischen Landwirtschaft, auch in Weinbaubetrieben. Sie nächtigen in Lagerschuppen und unter Plastikplanen im Freien, sie arbeiten mehr Stunden als ihnen bezahlt werden. Das haben wir selbst gesehen, als wir Weinbaubetriebe besichtigten. Dabei geht es manchen Weingutbesitzern finanziell sehr gut. Anderen dagegen nicht viel besser als ihren Arbeitern. Eines Tages werden viele der kleineren Landwirte und Winzer vor der Macht ihrer Großkunden kapitulieren und aufgeben müssen. 

Schweineschnitzel zu 5,29 Euro das Kilo, eine Flasche Biowein zu 2,49 Euro - das kann und darf nicht sein. Das ist nicht nachhaltig und es ist für alle, die daran beteiligt sind, ungesund! Für echten Biowein, den man mit gutem Gewissen trinken kann, muss man je nach Herkunft 6-8 Euro ausgeben und wer auf Genuss Wert legt, sollte mindestens 10 Euro bezahlen. Leistung, Qualität und Preis stehen in direktem Zusammenhang. 

Es fehlt Verbrauchern nicht an Informationen über die Zustände in der subventionierten Massentierhaltung und der konventionellen Landwirtschaft, in der nur noch wenige schlecht bezahlte Arbeitskräfte beschäftigt sind. Wir alle haben die Nachrichten gelesen über die Urwaldrodungen in Brasilien und Indonesien, über Fleischexporte nach China, Japan, Korea oder Afrika. Wir alle wissen, dass unsere Böden an den Exkrementen mit Rückständen verabreichter Antibiotika und sonstiger Medikamente ersticken. Rückstände, die sich dann in wachsenden Pflanzen, im Tierfutter und auch in unserer Nahrung und im Trinkwasser wiederfinden.

Es geht auch anders. Das beweisen zahlreiche Biobetriebe, obwohl auch in der Biolandwirtschaft ähnliche Tendenzen vorhanden sind. Das sehen wir, wenn uns Bioweine für 0,65 Euro die Flasche inklusive Kork, Flaschenkapsel, Etikett und Bio-Zertifikat angeboten werden. Wir handeln nicht mit solchen Weinen, weil wir wissen, wie es hinter den Kulissen aussieht. Umsatz und Gewinn um jeden Preis ist unsere Sache nicht.

Ich kann nur an Ihre Intelligenz appellieren: kaufen Sie gute Produkte, deren Herkunft nachvollziehbar ist, bei kleinen Händlern und nicht bei marktbeherrschenden Monopolisten und Aktiengesellschaften und bezahlen Sie faire Preise dafür. Das ist besser für die Zukunft, für Sie und Ihr Wohlbefinden.

Herzliche Grüße

Ihr Erich Hartl


Donnerstag, 7. Mai 2020

Biowein aus Rueda von dem Dominio de Verderrubi

Erich Hartl hartl@weinpur.de http://www.biowein-pur.de/
Lese auf dem Weingut Dominio de Verderrubi. Bild: Weingut


Schönheit liegt im Auge des Betrachters, sagt man. Damit möchte ich andeuten, dass ein Winzer die auf relativ flachem Gelände befindlichen Weinbauflächen schön finden könnte, während sie ein Tourist als eher langweilig empfinden würde.Vor einiger Zeit habe ich die benachbarten Weinbaugebiete Toro und Rueda in Kastilien-León im Nordosten Spaniens besucht. Abgesehen von den Flusstälern des Duero und seiner Nebenflüsse, die landschaftlich sehr reizvoll sind, ist die gesamte Weinbauregion Rueda eine eintönige Hochebene in leicht welliger Form auf einer Höhe von 600 bis 800 m. Hin und wieder mit einem Hügel dazwischen, der dem Auge in der endlos scheinenden Weite einen Fixpunkt bietet. 
Das Klima ist überwiegend kontinental, trocken, mit heißen Sommer- und kalten Wintertemperaturen, sowie großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Die Böden sind karg, sandig und steinig, aber mineralreich. Ideale Bedingungen für den Weinbau, besonders für die Erzeugung von Biowein, weil Pilzkrankheiten keine große Gefahr darstellen. Ältere, tief wurzelnde Reben finden in mehreren Metern Tiefe auch nach langer Trockenheit immer noch genügend Feuchtigkeit, in der die Mineralstoffe gelöst sind und aufgenommen werden können. Jungen Reben dagegen geht es dabei nicht so gut, solange ihre Wurzeln noch zu kurz sind. Aber alte erfahrene Winzer sagen, für guten Wein müssen Reben leiden. 
Während im Gebiet von Toro traditionell mehr Rotwein (Tinto de Toro) erzeugt wird, hat Rueda nach Ende der Reblaus-Plage mit wenig Erfolg auf die ertragreiche, weiße Palomino-Traube gesetzt und daraus Sherry-ähnliche Weine und Schaumweine (Cava) erzeugt. Erst danach sind Fachleute aus dem Riojagebiete und aus Bordeaux auf die Idee gekommen, es mit der weißen Verdejo-Rebe zu versuchen. Daraus entsteht heute - mit moderner Weinbereitung und konsequenter Vermeidung des Kontakts zwischen Sauerstoff und Most/Wein - einer der besten Weißweine Spaniens. Hinzukommen neuerdings auch rote Weine aus den Rebsorten Mencia und Tempranillo.

Die Geschichte des  Dominio de Verderrubi
Emilio Pita, der Winzer der Dominio de Verderubi, nutzte die Chance auf der Hochebene von Rueda eine große, zusammenhängende, landwirtschaftlich wenig genutzte Fläche zu erwerben, in der er ungestört von Nachbarn biologischen Weinbau betreiben konnte. 
Winzer Emilio Pita

In einer von Landwirtschaft und Weinbau geprägten Region wie in Rueda waren viele Familien, so auch die Familie Pita, mit dem Rhythmus der Jahreszeiten und den jeweiligen Arbeiten im Weinberg verbunden. Emilio Pita erinnert sich an seine Jugendzeit, als Familienmitglieder in großer Zahl zur Weinernte auftauchten, um die Trauben von wenigen Hektar Land einzubringen um daraus auf ganz traditionelle Art Wein zu erzeugen.
Damals ahnte er noch nicht, dass er eines Tages daraus ein ansehnliches, modernes Weingut, eben den "Dominio de Verderrubi", schaffen und sich sein ganzes Leben um die Erzeugung bester Bioweine drehen würde. Erst mit 23 Jahren begann er das Studium den Önologie an der Universität von Bordeaux. Weitere Schritte seiner Ausbildung führten ihn nach Neuseeland (Cloudy Bay) und Kalifornien (Newton Vineyards), Numanthia (Toro) Château Lynch-Beguey, Château Maucailloux und Clos de Florinde in Frankreich. Von dort kam er nach Rubí de Bracamonte (Valladolid) zurück und begann das "Verderrubi-Projekt“. Es sollte ein familiengeführtes Weingut werden, das stets die Eigenheiten des Terroirs berücksichtigt und die Belange der Natur respektiert.
Die Bioweine der Dominio de Verderrubi Pita
Die Verderrubí-Weine widerspiegeln die Natur der Weinberge. Es sind insgesamt 63 Hektar im Herzen von Kastilien. Davon 56 Hektar mit dem Namen La Cantera bei Rubí de Bracamonte. Die restlichen 6 Hektar befinden sich in La Bonera, einem Weinberg in Velascálvaro. Hier sind die tiefen, sandigen Böden auf einem Ton haltigen und felsigem Untergrund ideal für die Herstellung von frischen, eleganten und duftenden Weinen.
Bei Dominio de Verderrubi ist das kleinste Detail enorm wichtig. Von Anfang an wird jeder Weinberg und jede Weinrebe biologisch bearbeitet und mit größter Sorgfalt gepflegt. Das Weingut selbst befindet sich direkt neben den Weinbergen, von wo die geernteten Trauben in kleinen Behältern auf kürzestem Weg zur Weinbereitung ins Weingut transportiert werden.
Weinberge des Dominio Verderrubi

Emilio Pita strebt bei der Weinbereitung den reinsten Ausdruck des Terroirs (Boden, Trauben, Klima) an und vergärt den Wein spontan mit autochthoner Hefe. Alle Weine des Weinguts reifen auf der Hefe um ihnen eine natürliche Stabilität und Struktur zu verleihen. Darüber hinaus ist die Verwendung von Eichenfässern eine wichtige Komponente, um komplexe und langlebige Weine zu harmonisieren.
Die Probe der Weine vom Weingut Dominio de Verderrubi überzeugte uns bereits im Sommer 2019 auf Anhieb. Von da an hatten wir Zeit, sie zuhause immer wieder zu testen und ihre Entwicklung zu beobachten. Es waren die berühmten Verdejo-Weine aus der Region Rueda, sowie ein wunderschöner, würzig-fruchtiger und aromatischer Sauvignon Blanc, und ein hervorragenden Tempranillo, der uns ebenso gut gefiel.

Wir freuen uns Ihnen diese Weine nun anbieten zu können und laden Sie ein sich selbst einen Eindruck zu machen.

Herzliche Grüße
Ihr Erich Hartl